Quedlinburg

Quedlinburg – Perle des nördlichen Harzes
 

 
Die mittelalterliche Kaiserstadt Quedlinburg, gelegen am Flüsschen Bode im nördlichen Harzvorland an der "Straße der Romanik", gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, und das kommt nicht von ungefähr, denn die hervorragend restaurierte Altstadt ist in ihrer Vollständigkeit, die eine Vorstellung des Stadtlebens im Mittelalter ermöglicht, wohl einzigartig in ganz Europa. Mit seinen insgesamt mehr als 80 Hektar historischer Bebauung ist Quedlinburg eines der größten Flächendenkmäler in Deutschland.

Seine Geschichte reicht weit zurück bis in die Zeit des Sachsenherzogs Heinrich, der hier 919 zum ersten deutschen König gekrönt wurde. In den folgenden Jahrzehnten, auch nach Heinrichs Tod im Jahre 939, prägten die ottonischen Kaiser die Geschicke der Stadt, da sie jedes Jahr in Quedlinburg glanzvoll das Osterfest feierten. Heinrichs Witwe gründete die Stiftskirche St. Servatius, ein Äbtissinnenkloster, das zu den wichtigsten Bauwerken und bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Quedlinburgs gehört und auf dem Schlossberg hoch über der Stadt thront. In der Krypta liegen die Grabstätten von Heinrich I. und Mathilde, und in den Schatzkammern hat der kostbare Domschatz einen würdigen Platz gefunden.
Gegenüber vom Schlossberg befindet sich der Münzenberg. Auch hier findet sich eine bedeutende Kirche, die romanische Marienkirche, die Mathilde zusammen mit ihrer Schwägerin, Kaiserin Theophanu, gründete.

Hat man Schloss- und Münzenberg besucht, empfiehlt sich nach dem Abstieg ein Rundgang durch die historische Altstadt, die vor Sehenswürdigkeiten und historisch bedeutsamen Monumenten nur so strotzt: Das Rathaus am historischen Marktplatz, das noch heute die Stadtverwaltung beherbergt, mehrere Kirchen wie die Marktkirche St. Benedikti, die Kirche St. Ägidii und die Kirche St. Blasii, der sogenannte Schreckensturm – ein mittelalterliches Stadtgefängnis – und mehrere interessante Fachwerkhäuser wie die Ratsapotheke und die Ratswaage sind nur einige Beispiele. Wer schon immer wissen wollte, wie es in der Hölle aussieht, sollte sich den so benannten Gebäudekomplex aus dem 13. Jahrhundert nicht entgehen lassen.

Auch die Neustadt ist alles andere als neu – sie wurde im 12. Jahrhundert vor den Befestigungen der Altstadt errichtet, um die vielen Neubürger aufnehmen zu können. Es handelte sich meist um Bauern aus dem Umland, die vor politischen Wirren und Unruhen in die Sicherheit der Stadt fliehen wollten. Die Wohnhäuser und Anwesen dieser Ackerbürger, die nun von der Stadt aus zu ihren Feldern fuhren, lohnen die Besichtigung. Zwei weitere Highlights der Neustadt sind das Geburts- und das Wohnhaus von Dorothea Christiana Erxleben, der ersten deutschen Ärztin, die in Quedlinburg 1754 ihre Dissertation abfasste.

Wer all diese Sehenswürdigkeiten nicht auf eigene Faust erkunden, sondern sich einer fachkundigen Führung anvertrauen möchte, hat die Qual der Wahl unter zahlreichen interessanten Stadtrundgängen und Touren. Das Tourismusnetz der Stadt Quedlinburg ist hervorragend ausgebaut, und neben dem kulturellen Angebot, das immer wieder auch durch hochrangige aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen glänzt, gibt es in Quedlinburg auch ausgezeichnete Hotels und ein vielfältiges gastronomisches Angebot.

 

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